Naturpark Barnim und Drawieński Park Narodowy
Fledermausschutz in ländlichen Räumen

Projektziel

Im Zeitraum Juli 2005 bis Juli 2007 setzte der Förderverein des Naturparks Barnim e.V. gemeinsam mit deutschen und polnischen Fachleuten ein Projekt ins Werk, das auf  lange Sicht den Bestand der Fledermauspopulationen  im Barnim sowie im Umland des Drawieński Park Narodowy in Polen erhalten hilft.

Überblick Fledermausstandorte im Naturpark Barnim

Unter dem Titel „Naturpark Barnim und Drawiensky Nationalpark – Fledermausschutz in ländlichen Räumen“ galt es, im Barnim die Existenzgrundlagen für die 15 hier vorkommenden Fledermausarten, die allesamt auf der „Roten Liste“ der besonders gefährdeten Tierarten stehen,  zu sichern und zu verbessern.  Ob Großer Abendsegler (Nyctalus noctula), Wasserfledermaus (Myotis daubentonii) oder Graues Langohr (Plecotus austriacus) –  für alle Fledermausarten gilt der Verlust ihrer Rückzugsquartiere neben der Verringerung ihrer Jagdgebiete und des Nahrungsangebotes als Hauptbedrohung für ihren Fortbestand. 

  • Braunes Langohr
  • Fledermaus im künstlichen Quartier
  • Neues Fledermausquartier


Die ursprünglichen Fledermausquartiere sind oft in Alt- und Totholz zu finden. Auch Höhlen und Felsspalten werden gern genutzt, finden sich aber von Natur aus im Nordostdeutschen Tiefland kaum. Die begehrten Nischen in alten Bäumen jedenfalls sind in den Wirtschaftswäldern des Barnim nicht mehr ausreichend vorhanden. Daher werden Bunkeranlagen, Keller, Dachböden und Hohlräume hinter Fassaden von den hier bei uns einzigen fliegenden Säugetieren genutzt. In unserer Landschaft bilden jene Orte oft ihre einzigen Rückzugsmöglichkeiten. Jahrzehntelang haben Naturschützer ehrenamtlich Daten über die Fledermäuse im Naturpark gesammelt und festgestellt, dass diese zur Überwinterung, Aufzucht ihrer Jungen sowie für ihre Sommerschlafphasen unterirdische Bunker und andere militärische Anlagen nutzen.

Mit dem Abriss oder der Sanierung alter Gebäude, dem Verschluss alter Eiskeller, dem Abriss alter Feldsteinmauern und dem Fällen alter Bäume im Siedlungsbereich, deren Astlöcher und Höhlen als Quartier genutzt werden, gehen viele dieser Quartiere verloren. Konsequenterweise konzentrierte sich das Projekt auf die Erhaltung und den artgerechten Umbau der vorhandenen Quartiere, überwiegend in aufgegebenen militärischen Liegenschaften. Es wurden neun besetzte und zwölf potentielle Fledermauswinterquartiere gesichert und hergerichtet, darunter unterirdische Bunker, Fahrzeughallen und Wasserhochbehälter. Begleitend wurden in strukturarmen Kiefernforsten Fledermauskästen als Sommerquartiere angebracht.

  • Fledermauskasten im Kiefernforst
  • Beim Umbau des Wasserhochbehälters Eberswalde
  • Blick ins Innere des Wasserhochbehälters Eberswalde


Ein erfolgreicher Schutz der Fledermäuse ist nur garantiert, wenn die verschiedenen Gefährdungsursachen erkannt und kombiniert behoben werden. Neben ihren Quartieren gilt es auch, ihre Nahrungsquellen zu erhalten. Raupen, Mücken und andere Fluginsekten werden von den Fledermäusen auf ihren Nachtflügen durch Alleen, Hecken und Streuobstwiesen, über Tümpeln, Seen und Feuchtgebieten erbeutet – in Lebensräumen also, denen im Naturpark besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird.
Auch Sie können zum Fledermausschutz beitragen, indem Sie Fledermäuse in ihren Gebäuden dulden oder Fledermauskästen anbringen.

Die nachfolgenden Seiten informieren Sie darüber, was von den Mitarbeitern der Naturwacht Brandenburg, denen die Umsetzung der Maßnahmen vor Ort oblag und den anderen Projektbeteiligten für den Fledermausschutz an den einzelnen Standorten getan wurde.